Sri Lankan Kavum Rezept: Traditioneller Ölkuchen (Kewum)
Jul 05, 2026

Wenn im April das Neujahrsfest in Sri Lanka gefeiert wird, riecht es in jeder Küche nach heißem Kokosöl und Palmzucker. Genau dieser Duft steckt in Kavum – kleinen, dunkelgoldenen Ölkuchen mit einem winzigen Zipfel oben, der aussieht wie ein Vulkanhut. Ich habe die ersten selbst gemacht, weil eine Nachbarin aus Colombo mir erzählte, dass ihre Großmutter die Kuchen mit einem einzigen Holzstäbchen im brodelnden Öl gedreht hat. Das klang nach Magie – und es funktioniert wirklich.
Das Sri Lankan Kavum Rezept kommt mit erstaunlich wenigen Zutaten aus: Reismehl, Kithul- oder Palmzucker und Kokosmilch. Der Trick steckt nicht in einer langen Liste, sondern im Gefühl für den Teig und im richtigen Öl.
Zutaten und was sich ersetzen lässt
Reismehl ist das Rückgrat. Am besten nimmst du geröstetes rotes Reismehl aus dem Asialaden – das gibt den typisch nussigen Geschmack. Weißes Reismehl geht auch, schmeckt nur etwas milder. Klebreismehl solltest du meiden, sonst werden die Kuchen zäh statt zart.
Der Zucker macht den Unterschied. Kithul-Sirup (Sirup der Fischschwanzpalme) ist original, aber schwer zu bekommen. Palmzucker (Jaggery) oder ein dunkler Vollrohrzucker sind gute Alternativen. In Deutschland funktioniert dunkler Muscovado-Zucker überraschend gut. Bei der Kokosmilch bitte die dickflüssige aus der Dose nehmen, nicht das dünne Getränk aus dem Tetrapak.
Tipps für perfekte Kavum – und typische Fehler
Die häufigste Panne: zu heißes Öl. Wenn es raucht, verbrennt die Außenseite, während der Kern roh bleibt. Ideal sind etwa 160 bis 170 Grad. Wirf ein kleines Stück Teig hinein – steigt es langsam nach oben und blubbert sanft, passt es.
Der berühmte Zipfel entsteht, wenn du den Teigklecks im Öl beständig mit einem Holzstäbchen in der Mitte antippst und dabei drehst. Der Teig läuft dann nach oben zusammen. Das braucht Übung – die ersten drei sehen meistens komisch aus, und das ist völlig okay.

Ein Teig, der über Nacht ruht, lässt sich am nächsten Tag viel geschmeidiger formen und schmeckt runder.
Aufbewahren und vorbereiten
Kavum halten sich in einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur gut eine Woche, oft länger, weil der Zucker konserviert. Nicht in den Kühlschrank – dort werden sie hart. Den Teig kannst du problemlos einen Tag vorher ansetzen und abgedeckt kühl stellen. Wieder auf Raumtemperatur bringen, bevor du frittierst.
Servieren und Varianten
Zum sri-lankischen Neujahr stehen sie neben Kokis, Aluwa und einer Tasse Ceylon-Tee auf dem Tisch. Zu Hause passen sie wunderbar zu einem Espresso am Nachmittag. Wer es kräftiger mag, gibt eine Prise Kardamom oder Zimt in den Teig. Manche würzen mit einem Hauch Salz, damit die Süße nicht flach wirkt.
FAQ
Warum werden meine Kavum flach statt rund?

Meist ist der Teig zu dünn. Er sollte wie ein dicker Pfannkuchenteig vom Löffel fallen, nicht laufen. Etwas mehr Reismehl einrühren.
Kann ich statt Kokosöl anderes Öl nehmen?
Ja, ein neutrales Pflanzenöl geht. Der Geschmack ist dann weniger authentisch, aber die Kuchen gelingen trotzdem gut.
Wieso platzen die Kuchen im Öl auf?
Zu viel Feuchtigkeit oder zu heißes Öl. Temperatur senken und den Teig etwas fester machen.
Sind Kavum vegan?
In dieser klassischen Form ja – es kommen weder Eier noch Milchprodukte hinein.
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